Lesen!

Liebe Blog-Freunde und vor allem -Freundinnen, dieser Beitrag hat mit der Hugin eigentlich nur insofern zu tun, als ich im Moment endlich mal viel zum Lesen komme und Euch einen, dringenden, nein zwei, Lesetipps geben möchte:

Sara Psrtesky werden vielleicht einige von Euch noch kennen, sie war eine der ersten, die Frauenkrimis geschrieben hat. Ich war irgendwann mal müde, von der ewig toughen Vic zu lesen und fands nicht mehr so toll, nun habe ich mir „Hardball“ geladen und kann es nur ganz dringend empfehlen. Spielt in Chicago, hat die Geschichte der Schlachthäuser, der Schwarzen, der Bürgerrechtsbewegung zum Thema und ist so brisant und aktuell und spannend, dass ich sie Eich dringend ans Hetz legen möchte.

Martinique – der Norden

29.1.2017

Und der Norden  ist schön!

Zuvor fahren wir durch den Regenwald – im wahrsten Sine des Wortes, denn es regnet. Es hat nachts geregnet, jetzt pladdert es wieder. Eigentlich wollten wir wandern, Schluchten besuchen, den Vulkan erklimmen! Nichts geht. Schlammig, rutschig, und die nächste Regenfront sehen wir schon kommen.

Also fahren wir Auto. Aber auch das ist beeindruckend. Entlang an riesigen Farnen windet sich die Strasse, gigantische Bambussträucher, Palmen – wir fühlen uns wie im Märchenwald, als wenn Hobbits und Orks gleich m die Ecke kommen könnten. Schade, dass das Wetter nicht mitspielt, zu Fuß wäre es sicher noch schöner.

Sklaven

Martinique, 28.1.20127, 2. Teil

Wir fahren weiter Richtung Nordwesten auf die Halbinsel Caravelle. Da gibt es die Reste ehemaligen Zuckerrohr- und Kaffeeplantage zu besichtigen.

Der Eintritt ist happig, 5 Euro pro Person, der Ticketverkäufer aber senkt seine Stimme und raunt, wenn jemand von uns schon 60 wäre oder bald würde…??? Wir lachen, sehen uns an und verstummen. Peter wird in diesem Jahr 60! Wir schlucken und nicken. Und kommen beide für den halben Preis rein.

Sainte-Anne, 26.1.2017

Wieder so ein Tag, an dem ich nichts helfen kann. Dann fahre ich eben nach Sainte-Anne. Da waren wir schonmal mit dem Boot, allerdings nur eine Nacht, da soll es schön sein, dahin fahren auch Busse, wie ich gesehen habe. Ich frage mich durch, und siehe da, nach nur wenigen Minuten kann ich einsteigen.

Die Fahrerin ist eine junge Schwarze, die das Ungetüm – das ist kein Sammeltaxi, sondern ein ausgewachsener Bus -, umsichtig durch die engsten Gassen steuert. Aussteigt, um auch mal einen Spiegel eines zu eng an der Strasse parkenden Autos einzuklappen. Um dann souverän daran vorbei zu kommen – mit Millimeterarbeit!

Nachtrag – Besuch in Fort de France

Es ist ja nicht so, dass ich teilnahmslos maulend in der Ecke sitze. Ich versuche, zu entfliehen, wenn ich schon nichts tun kann. Nach Fort de France. Das ist die Hauptstadt Martiniques. Ich habe sie von meinem Besuch vor 12 Jahren nicht in bester Erinnerung, aber ein nettes Cafe unter Bäumen, um dem Treiben auf der Straße zuzuschauen, das wird es ja wohl geben.

Aber wie dahin kommen?

Busse, wird mir in der Tourist-Info versichert, gibt es nicht. Taxis Colectifs, die schon, aber wann und wo die fahren, kann mir kein Mensch sagen. Unweit der Werft steht ein Bushäuschen, da stelle ich mich hin und frage eine andere Wartende – ja, hier geht es nach Fort de France.

Der Neue

Das isser – der Neue. Unsere Lebensversicherung – Peters steckt darin. Damit wir von nun an sorglos segeln und motoren können – und irgendwann, wieder in Europa, mehr Zeit auf dem Boot verbringen können. Also hoffentlich eine gute Investition!

Die Installation war einfacher als das Wegbauen des alten Volvo, der Yanmar passt wie angegossen durch die Luke und in den Motorraum. Neue Filter kriegen wir auch, gleich vier mit Alarmsystem, dann kann eigentlich nichts mehr passieren!

Und einen neuen Boiler mit 25 Litern…

Der Tank – Martinique, Carenage, 23.1.2017

Mein Vorsatz, künftig vernünftig zu sein und mich nicht mehr aufzuregen, hält nicht mal einen Tag. Heute kommt der Dieseltank raus.

Es macht wenig Sinn, einen neuen Motor einzubauen und den alten Tank zu behalten. Der ist voll Schmodder (ein ewiges Problem bei Booten), der sich über Jahrzehnte angesammelt hat, und moderne Motoren sind da noch anfälliger als unser alter Volvo. Der Tank muss also endlich raus!

Er ist unter den Bodenbrettern verborgen, stabilisiert durch einen Holzsteg. Der Chef der Firma kommt und misst – der Tank müsste grade so eben durch die Luke gehen, 5 Mm Platz rechts und links.

Abgründe – Martinique, le Carenage, 22.2.2017

Dieser Tag geht als einer der absoluten Tiefpunkte unseres Seglerdaseins in die Annalen ein.

Es ist Sonntag, die Carenage, die Werft also, ist wie ausgestorben, es ist heiß. Kein Lüftchen geht.

Für Peter gibt es keine Sonntage. Er will das Boot flott kriegen, alle Kabel und Leitungen erneuern, und das kann er nun, wo der Motor draußen ist, am besten.

Ich sitze mal wieder dabei wie bestellt und nicht abgeholt, kann gar nichts machen, nichts helfen, kein Internet, kein Cafe, nichts ist in der Nähe, selbst die Säuferbretterbude hat zu. Ich versuche, wenigstens nicht im Weg zu sein.