Karibik!!!

30.12.2016

Da ist sie nun wirklich, die Bilderbuchkaribik! Wir haben einen Sprung nach „PiEsWai“ = Petite Saint Vincent gemacht- eine Trauminsel. Winzig. Nur ein Luxushotel gibt es darauf, dennoch dürfen Yachten ankern und die Crew in Wasser und Schnorcheln gehen. Glasklar, türkisfarben – Fische! Korallen! Wir sind glücklich.

Leider ist es kein Ankerplatz zum Übernachten, wir müssen weiter. Nach Clifton, Union Island. Auch nett, eine winzige Bucht, allerdings voller Untiefen. Nicht ungefährlich anzusteuern, noch dazu liegen viele Boote da, schon kommt uns ein „Boatboy“ als Pilotboot zu Hilfe und geleitet uns zu einer Boje. Na gut, sie sind von der Regierung ausgelegt, versichert er uns, dann werden sie wohl halten. Bevor er wieder abzischt, schnorrt er noch ein paar Zigaretten von Hans-Werner und bietet im Gegenzug Grass an – nein danke, aus dem Alter sind wir (leider?) raus.

Petite Martinique

29.12.16

heißt unser nächstes Ziel, eine winzige Insel mit der Einwohnergröße von Ebersteinburg (das ist da, wo wir n Deutschland wohnen, und das ist klein!!!!).

Es ist nicht weit, aber starkwindig und „auf die Nase“ – also wieder unter Motor.

Ganz nett, aber immer noch nicht „karibisch“, finden wir. Wir ankern inmitten von kleinen Fischerbooten und gehen an Land. Dort soll es ein gutes Restaurant geben. Der Ort ist wie ausgestorben, fast niemand auf der Straße, aber wir finden die kleine Kneipe, die im Hellen sicherlich noch schöner wäre. Romantisch beleuchtet liegt sie in Strandnähe unter Bäumen. Leider sind wir die einzigen. Das Essen ist etwas teuer, aber sehr gut, außerdem beehrt uns eine kleine Katze, buntgescheckt, liebevoll, verschmust, die wir am liebsten sofort mitnehmen wollen.

Tyrell Bay, Carriacou

27./28.12.2016

Einen Tag gönnen wir uns in Tyrell Bay und faulenzen. Hans-Werner hängt die Angel raus (leider vergeblich, aber er weiß jetzt, wie’s geht!), Peter und Sebastian versuchen, unsere Tiefenmesser, Plotter, Geschwindigkeitsmesser zu synchronisieren. Angeblich soll das gehen. Aber selbst Sebastian, Programmiererguru, schafft es nicht. Die verschiedenen Jahrgänge der Geräte sind nicht kompatibel. Raymarine behauptet, alles wäre immer prima zu verbinden – schlichte Lüge!

Ich nehme den Minibus in die Hauptstadt und sehe mich da um, vielleicht legen wir nochmal dorthin um. Aber soo attraktiv erscheint es mir nicht. Ich laufe eine dreiviertel schweißtreibende Stunde den Berg hinauf zu einem Park, der einen schönen Aussichtspunkt haben soll – der ist leider geschlossen. Der Park. So wird das nichts mit dem Tourismus!

St. George’s, Grenada

26.12.2016

Von Hog Island verabschieden wir uns schweren Herzens, hier hätten wir es auch noch länger ausgehalten, – und motoren ums Kap in die Hauptstadt. Von da ist es näher zum nächsten Ziel – Carriacou. Außerdem haben Peter und ich in St. George’s ein sehr nettes karibisches Restaurant gefunden, in das wir die Jungs einladen wollen – es ist immerhin der zweite Weihnachtstag!

Wir haben unsere Hugin umgelegt!

Aber nur zwei Buchten weiter. Prickly Bay war uns nach einem herzzerreißenden Weihnachtskonzert einer gütig lächelnden Dame mit Potthaarschnitt, die daheim sicher den Kirchenvorstand schmeißt, doch ein bisschen zu, naja…Außerdem ist das Wasser da so trüb. Und außerdem wollen die Jungs mal segeln!

Dazu kommen sie mehr, als ihnen lieb ist. Der Wind ist nämlich kräftig. Und von vorn. Mit starker Strömung. Gerefft und mit Motorhilfe ankern wir nun in Hog Island. Da ist es schön. Kleine Inselchen, am Ufer Häuschen. Das Wasser ist zwar noch dreckiger – vielleicht von den Mangroven auf den Inselchen -, aber die Stimmung deutlich besser und entspannter.

Unser Weihnachtsbraten

ist dieser kapitale Bursche, Rock Hind, wie auch immer auf Deutsch er heißen mag. Nein, nicht selbst geangelt, aber selbst gekauft auf dem Fischmarkt, wo er auch sorgfältigst von dafür abgestellten Experten geschuppt und ausgenommen wird.

Gefüllt mit wunderbaren Kräutern, deren Namen ich nicht kenne, vom „Markt“ vor dem Fischmarkt – da sitzen Menschen auf Eimern vor einem wackeligen Holzgestell oder Kisten und verkaufen, was der Garten hergibt. Kartoffeln. Limonen, die wir noch nie so köstlich und intensiv gerochen und geschmeckt haben.

Das alles kommt in und auf den Fisch, der auf ein Kartoffelbeet, das mit Olivenöl, Wein, Knoblauch übergossen wird. Und das Ganze gart dann im Ofen.

Besuch

22./23.12.16

„Die Jungs“ kommen, Peters Söhne. Wir freuen uns riesig. Müssen aber erstmal das Schiff aufräumen, uff. Die Kajüte leerschaufeln, wohin bloss mit allem? Irgendwie schaffen wir es. Und sind pünktlich am Flughafen. Nur der Flieger leider nicht. Wir warten eine stunde, dann kommen sie. Müde, aber glücklich. Über 10 Stunden Flug, die Armen!

Viel Zeit zum Ausruhen bekommen sie nicht, wir haben am 23. Ein Auto gemietet, um ihnen (und uns) die Insel zu zeigen. Die Weihnachtstage bringen alle Zeitplanungen etwas durcheinander.

Peter fährt. Linksverkehr! Und, wie oft schon beschrieben, halsbrecherisch.

Grenada

20./21.12.16

Der erste Morgen, der zweite Blick. Die Karibik – endlich! Türkisblaues Wasser, einsame Buchten, Schnorcheln…

Nicht wirklich. Da kann die Prickly Bay leider nicht mithalten. Zwar ist das Wasser türkisblau, aber milchig, Lädt nicht Schwimmen, schon gar nicht zum Schnorcheln ein. Immerhin begrüßt uns morgens eine Schildkröte! Das hatten wir bis jetzt noch nicht.

Wir frühstücken und haben Kanal 68 auf dem Funkgerät an. Den haben uns die reundlichen Engländer gestern empfohlen – ein Funknetz der Segler. Hier kann man sich verabreden, Informationen austauschen, kurz, man erfährt, was abgeht.

Wieder an Land

Grenada, Prickly Bay

Wir müssen einklarieren. In jedem Hafenführer steht: Ohne einklariert (d.h. eingecheckt, sich angemeldet) zu haben an Land zu gehen, ist strafbar! Wir haben noch nicht mal die Flagge von Grenada, war ausverkauft in Gibraltar. Die ist auf der rechten Seite des Bootes zu setzen. Also setzen wir immerhin die gelbe „Q-Flagge“ (für „Quarantäne“, jeder gesund an Bord, keine Todesfälle) links, die signalisiert: Wir sind willens und auf dem Wege, einzuklarieren. (In Mindelo hatten wir vergessen, sie wieder runterzuholen, und sind morgens in der Tat von der Coast Guard, die im Ankerfeld kontrollierte!, freundlich, aber bestimmt darauf hingewiesen worden, dass wir sie bitte einzuholen hätten!)