Afrika für Anfänger

nennt Milan, ein netter Mensch, der hier schon lange lebt und Seglern in allen Lebenslagen hilft, Mindelo und die Cap Verden.

Naja – Afrika? Kein Sand, keine Wüste. Dunkelhäutige Menschen, klar. Eine entspannte Atmosphäre, die ansteckt. Viel Musik! Armut, sicher auch, aber nicht so sichtbar. Man ahnt sie, wenn zahnlose alte Frauen an der Strasse Fisch aus kleinen Eimern verkaufen.

Es ist schön hier! In der Marina grade sowieso. Hier haben sich alle gesammelt, die der Flaute entfliehen wollten – ARCler, die Cornell-Truppe, die Konkurrenz zur ARC, die nach Barbados segelt. Millionenschwere Yachten, Familienboote, alte Kähne, auf denen es aussieht wie zu besten WG-Zeiten in den 80er Jahren.

Angekommen!

Nach genau ener Woche, 867 Meilen, die meisten unter Motor, mit noch etwas Sprit im Tank, inklusive Luftblase in der Leitung, infolgedessen zweimaligem Motorausfall – endlich iin Mindelo, Sao Vincente, Kapverden. Und mal tagsüber! Wir sehen noch, wohin wir Fahrten. Das ist hier auch nötig, da die Bucht schlecht „betonnt“, aber voller Wracks ist. Wir ankern. Sind gar nicht mal müde. Werden geich von unseren Nachgarn, jungen Franzosen, zum Kaffee eingeladen.

Laufen später durch die Stadt. Etwas verfallener, als ich gedacht hatte. Ziemlich leer. Sonntag…Morgen ist es bestimmt bunter.

Gran Canaria – Puerto Mogan, Iridium Teil 2

24.11.16
Wir haben den Parasailor gesetzt, dieses Monstrum, und machen nicht nur ordentlich Fahrt, sondern er trägt uns förmlich über die Wellen – Schluss mit dem nervtötenden Geschaukel. Segeln ist schön!!!

25.11. 16
Nachtwache. Über uns eine Kuppel von Sternen, unzählige. Kein Horizont zu sehen, Meer und Wolken verschwimmen. Es ist märchenhaft. Aber irgendwie auch beängstigend. Wir sehen nicht, wohin wir fahren. Keine Menschenseele um uns herum, keine Funksprüche, nichts.  Um halb 5 ist irgend etwas anders…Es wird warm! Wir sitzen nachts dick eingemummelt im Cockpit,  selbst Peter trägt da dicke Socken. Aber jetzt –  beginnt die Barfussroute !!!

Gran Canaria – Puerto Mogan, Iridium Teil 1

20.11.16 Gran Canaria, Puerto Mogan
13:05 – wir legen ab Richtung Kapverden, Entfernung: ca. 740 Seemeilen.  5 Minuten zu spät, denn die Tankstelle hat von 13 bis 15 Uhr Siesta. Das ist blöd, wir brauchen Sprit. Zumal wir den Wind wieder mal dagegen und schwach haben. Wir motoren also.

21.11.16
Keine besonderen Vorkommnisse, der Tag geht rum.

22.11.16
Und schon wieder ist eine Nacht rum. Wir genießen die Nachtwachen so, dass wir sie kaum abgeben mögen. Liegen im Cockpit, schauen in die Sterne, hören Musik, dösen, haben einen kleinen leisen Wecker auf 20 Minuten gestellt, damit wir nicht einschlafen, lassen dann pflichtbewusst den Blick rundum und über den AIS-Plotter schweifen – alle Boote in genügender Entfernung, Frachter weichen aus (uns, einem kleinen Segelbötchen!) – alles gut.

Schluss mit Cocktailsegeln!

Jetzt werden ernsthafte Diskussionen geführt! Wie segelt man den Passatwind, der von hinten kommt, am besten? Mit einem wie ein Schmetterling geführten passatsegel! Haben wir nicht, war zu teuer. Wir haben nur ein Stag (das ist jetzt eine Diskussion für Segler, sorry), das hat zwar zwei Nuten, aber zwei Segel darin zu führen, erscheint uns zu aufwendig.

Also Fock nach luv ausbaumen, Groß nach lee. Tagsüber kein Problem, kriegen wir aber nachts zu viel Wind, ist das blöd, dann müssen wir den Motor anschmeißen und in den Wind fahren, um das Groß zu reffen. Nicht so verlockend.

Reisevorbereitungen

Morgen wollen wir denn doch weiter. Peter hat noch den Wassermacher, der beim Geschaukel auf dem Ozean mehr Luft als Wasser zog, versetzt, die Logge freigekratzt, damit wir wieder Geschwindkeit messen können! 7 knoten, ha! Oder auch nicht…

Dann gehen wir einkaufen. Ich hab sie immer etwas albern gefunden, die Diskussionen um die ausreichende Proviantierung. Eier mit Vaseline einreiben, damit sie länger halten. Dann gibts eben mal zwei Wochen keine Eier, wo ist das Problem? Wir verhungern schon nicht.

Angesichts der nurmehr 10 oder 12 Dosen Tomaten, die sich bei uns stapeln, ist sich Peter da nicht mehr so sicher. Also auf zum Spar.

Etappenziel erreicht

Naja, Fast. Ich rede nicht vom geografischen Endpunkt.

Am tag nach der Canaria-Rundfahrt – gammeln wir! Peter kommt vorbei. Peter lebt seit 15 Jahren auf Gran Canaria, gelernter Bootsbauer, hier – wider Erwarten – hängengeblieben. Wei die Canaren sind, wie sie sind – entspannt. Die Menschen.

Peter erzählt aber auch, wie die Europäisierung, der Druck der EU, das leben auf den Inseln verändert. Canarische Bananen, die kleinen, leckeren, zu exportieren – nicht möglich, EU-Normen. Also werden sie kaum noch angebaut.

Millionen Touristen können nicht irren!

Gran Canaria ist schön! Nein, toll, geradezu phantastisch. Wir sind entgegen all unserer Erwartungen komplett begeistert.

Wir haben die Zeit genutzt – der Wind mault und hält sich noch immer bedeckt, aber manchmal müssen wir ja zu unserem Glück gezwungen werden, wir wären glatt weiter gesegelt, ohne die Insel zu erkunden. Haben ein Auto gemietet. Sind zum Roque Nubio (1732 Meter) gefahren und dort gewandert. Schon die Fahrt war schön. Und das Wandern! Endlich mal wieder Kiefernnadeln unter den Füssen, Bäume riechen! Der Ausblick! Sensationell. Dann weiter in den Norden, zurück über den Nordwesten – durch einen Märchenwald, mit Flechten verhangene Bäume, Mischwald, Palmen inmitten von Kiefern, Kastanien-, Eukalyptusbäume! Schöne alte kanarische Häuser, Weihnachtssterne, die Mauern umranken. Tiefe Schluchten, grüne Ebenen wie Teppiche, Terrassen. Nach jeder Kurve ein anderes Panorama, das uns „Aah“s, „Oooohhh“s, fassungsloses „Guck doch mal!“ entlockt – oder uns in andächtiges Schweigen verfallen lässt. Gran Canaria hat alles. Gran Canaria ist wirklich schön.